Shigellose

Seit Jahresbeginn werden in Berlin vermehrt Fälle von Shigellose-Erkrankungen in Berlin festgestellt. Einen ähnlichen Anstieg gibt es in London. Der dort zirkulierende Stamm ist resistent gegen mehrere Antibiotika und wurde auch schon in Berlin nachgewiesen.

Shigellose

Shigellose überträgt sich, wie auch Hepatitis A,  fäkal oral. In erster Linie durch mit menschlichen Fäkalien verunreinigtes Wasser.  Sexuell übertragen werden die Erreger vor allem bei anal-oralen Kontakten: Also vom Arsch in den Mund oder als Schmierinfektionen bespw. vom Arsch über den Finger in den Mund beim:

  • Rimming/Arschlecken
  • Analsex, vor allem bei anschließendem Blasen
  • Kontakt mit benutzten Kondomen oder Dildos
  • gemeinsam verwendete Gleitgeltöpfe (hier besteht auch HEP A, HEP B und HEP C Gefahr)
  • von Enddarm zu Enddarm über gemeinsam benutzte Sexspielzeuge
  • bei besonderen Sexpraktiken, beispielsweise scat (Sexpraktiken, bei denen Kot der Fetisch ist)

Schon die Aufnahme weniger Keime kann zur Erkrankung führen. Die Inkubationszeit beträgt 1-4 Tage.

Die Erkrankung

Die Shigellenruhr beginnt typischerweise einen bis mehrere Tage nach Aufnahme des Erregers mit Durchfall, Bauchkrämpfen und Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Schwere und Dauer der Erkrankung können aber von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Neben schwereren
Fällen mit 10- bis 40-mal pro Tag auftretenden blutig-eitrig-schleimigen Durchfällen, die mit heftigen Krämpfen verbunden sind, gibt es auch Fälle, bei denen es lediglich zu wässrigem Durchfall kommt, oder symptomlose Verläufe (bei denen aber trotzdem Erreger ausgeschieden werden). Ohne Behandlung können die von den Erregern verursachten Geschwüre die Darmwand durchbrechen
und zu einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung führen.

Info+ Bei Menschen mit HIV, aber auch bei kleinen Kindern und alten Menschen kann die Shigellenruhr besonders schwer, zum Teil lebensbedrohlich verlaufen.

Nach etwa 1–4 Wochen verschwinden die Erreger in der Regel spontan aus dem Stuhl, doch kann die Infektion auch chronisch werden. Die betroffenen Menschen scheiden dann – oft, ohne dass Symptome auftreten – über längere Zeit Shigellen mit dem Stuhl aus und stellen so für andere eine permanente
Infektionsquelle dar.

So kann sich die Erkrankung immer weiter und schneller ausbreiten, wenn du nichts dagegen tust. Vor allem durch die neuen resistenten Stämme.

Schutz

  • Bei einer Schmierinfektion helfen Kondome nur bedingt.
  • Dildos und Sexspielzeuge, die anal eingeführt werden, nach Gebrauch bzw. vor jedem Gebrauch bei einem neuen Partner gründlich waschen und möglichst desinfizieren
    oder mit einem neuen Kondom versehen.
  • Generell keine Gleitgeltöpfe verwenden, sondern für jeden Arsch eine neue Tube o.ä.

Wann zum Arzt

Wenn du die unspezifischen Krankheitszeichen, wie z.B. Durchfall, Bauchkrämpfe und Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen bei dir feststellst, sofort zum Arzt. Der kann die Krankheit mit einem Antibiotikum behandeln. ACHTUNG resitstente Stämme sind im Umlauf, so dass die Standardbehandlung möglicherweise nicht anschlägt!

Therapie

Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, bis in drei aufeinander folgenden, im Abstand von zwei Tagen genommenen Stuhlproben keine Erreger mehr nachgewiesen werden können (das dauert meist nur wenige Tage).

Sonstige Maßnahmen

Während der Therapie sollte peinlichst auf ausgiebiges Händewaschen geachtet werden, vor allem nach jedem Toilettengang und vor der Zubereitung von Mahlzeiten bzw. vor dem Essen.
Auf Sex, bei dem es zu Kontakt mit dem Anus kommt, sollte bis zum Nachweis des Verschwindens der Shigellen verzichtet werden.
Erkrankte dürfen, solange sie Shigellen ausscheiden, nicht in Gemeinschaftseinrichtungen, gastronomischen Einrichtungen und Lebensmittelbetrieben arbeiten.

Weitere Informationen dazu und zu anderen STI hier.