Hepatitis A

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Die Neudiagnosen für Hepatitis A nehmen seit 2016 in Berlin stark zu. Das Robert-Koch-Institut spricht von einem Ausbruch unter MSM.  Die durch eine Virusinfektion hervorgerufene Leberentzündung kann leicht durch eine Impfung, die für Schwule und Männer mit schwulem Sex kostenlos ist, verhindert werden.

Die Zunahme der HEP A Neudiagnosen wurde europaweit in Großbritannien, Spanien, Italien, den Niederlanden und Deutschland festgestellt.

A wie Arsch

Hepatitis A überträgt sich fäkal oral. Also vom Arsch in den Mund beim:

  • Rimming/Arschlecken
  • Analsex, vor allem bei anschließendem Blasen
  • Kontakt mit benutzten Kondomen oder Dildos
  • gemeinsam verwendete Gleitgeltöpfe (hier besteht auch HEP B und HEP C Gefahr)
  • bei besonderen Sexpraktiken, beispielsweise scat (Sexpraktiken, bei denen Kot der Fetisch ist)

Bekannt ist Hepatitis A auch als „Reisehepatitis“, die auf Reisen in bestimmte Länder durch verunreinigtes Wasser über Eiswürfel in  Longdrinks oder über damit gewaschenen Salat etc. übertragen wird.

Die Erkrankung

Hepatitis A ist eine Leberentzündung. Es kann dir damit bis zu vier Wochen richtig schlecht gehen, viele Erkrankte müssen im Krankenhaus stationär behandelt werden.

Personen mit schwachem Immunsystem sind noch anfälliger für die Infektion.

Für HIV-Positive ist die Impfung besonders empfehlenswert, da die Hepatitis eine zusätzliche Belastung der Leber darstellt.

Der Anstieg der Neuinfektionen ist ein Zeichen dafür, dass es eine so genannte „Imfplücke“ gibt. Das bedeutet, dass zu wenige Menschen geimpft sind und sich so die Erkrankung immer weiter und schneller ausbreitet, wenn du nichts dagegen tust.

Schutz

Kondome helfen hier nicht. Der einzig wirksame Schutz ist eine Impfung, die du kostenlos bekommst. Wenn du beim Arzt angibst, dass du ein erhöhtes Risiko hast. Dazu reicht es, wenn du sagst, dass du wechselnde Sexualpartner hast. Hier wird praktischerweise gleich gegen Hepatitis A und B geimpft.

Schon zwei Wochen nach der ersten Impfdosis wirkt bei den meisten der Schutz. Für einen langfristigen Schutz muss die Impfung nach 6 bis 12 Monaten aufgefrischt werden. Der Imfpschutz hält dann in der Regel 30 Jahre.

Wer sich nicht sicher ist, ob sein Impfschutz noch wirkt, kann das beim Arzt überprüfen lassen.

Wann zum Arzt

Wenn du die unspezifischen Krankheitszeichen, wie z.B. Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen oder eine Gelbverfärbung der Augen und der Haut (die tritt nicht immer auf!) bei dir feststellst, sofort zum Arzt. Der kann immerhin die Symptome behandeln und damit ggfs. Schlimmeres verhindern.

Weitere Informationen dazu hier.

Hier zu den Informationen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin